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	<title>HIVNachrichten &#187; Bücher</title>
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	<description>Aktuelles zum Thema HIV und AIDS</description>
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		<title>Ich wollte es so normal wie andere auch – Walter Guttmann erzählt sein Leben</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 16:15:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Guttmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Erlebnis- und Erfahrungsberichte von Zeitzeugen des Nationalsozialismus werden immer seltener, auch wenn viele Betroffene erst im Alter die Kraft finden und das Bedürfnis verspüren sich anderen mitzuteilen. Umso beeindruckender ist dieser erste Bericht eines ehemaligen Häftlings des KZ Bergen-Belsen, eines der wenigen westdeutschen Konzentrationslager, in dem – mit großer Selbstverständlichkeit – auch von homosexuellen Erfahrungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1363" href="http://www.hivnachrichten.de/2011/12/ich-wollte-es-so-normal-wie-andere-auch-%e2%80%93-walter-guttmann-erzahlt-sein-leben/guttmannbuchcover-2/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1363" title="GuttmannBuchcover" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2011/12/GuttmannBuchcover1-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a>Erlebnis- und Erfahrungsberichte von Zeitzeugen des Nationalsozialismus werden immer seltener, auch wenn viele Betroffene erst im Alter die Kraft finden und das Bedürfnis verspüren sich anderen mitzuteilen. Umso beeindruckender ist dieser erste Bericht eines ehemaligen Häftlings des KZ Bergen-Belsen, eines der wenigen westdeutschen Konzentrationslager, in dem – mit großer Selbstverständlichkeit – auch von homosexuellen Erfahrungen die Rede ist.</p>
<p>Walter Guttmann wird 1928 in Duisburg geboren (Heute liegen dort mehrere Stolpersteine für seinen umgekommenen Familienangehörigen) und hat als Einziger sofort dunkle Haare: „Also damit fing’s an“, so kommentiert er lakonisch. Er besucht eine jüdische Schule in Duisburg und wird erzogen, um nach Palästina zu gehen. Seine beiden Eltern sterben bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. Die zweite Hochzeit seines verwitweten Vaters wird 1938 durch die Pogromnacht verhindert. „Die Kristallnacht war der große Bruch mit dem normalen Leben.“ Am 09.11.38 wird sein Vater abgeholt. Schwerkrank kehrt er aus Dachau zurück und stirbt noch im selben Jahr an den Folgen seines Aufenthalts im Straflager. Noch vor Kriegsbeginn landet Walter in den Niederlanden, schließlich bei einer Pflegefamilie in Haarlem. Während seiner Zeit in den Niederlanden erblüht auch sein Sexualtrieb („Also für einen Jungen von zwölf Jahren bin ich gut aufgeklärt worden.“) und sehr selbstverständlich fließen die Schilderungen seiner Kontakte zu Jungen und später zu Männern immer wieder in die Lebensgeschichte ein.</p>
<p>Auch wenn für ihn die Kategorie Homosexualität noch gar nicht existierte („Für mich war das sehr normal“), fanden sich selbst im Konzentrationslager immer wieder Gelegenheiten für Sexualkontakte und Beziehungen – und gerade diese bewegenden Schilderungen des Guten im Schlechten machen das Buch zu einem so beeindruckenden und authentischen Zeugnis über das Alltagsleben in jeder Phase seines Lebens. Auf Außenstehende, so auch die Einordnung im Nachwort, mag der Text insgesamt „zu konfliktfrei und zu harmonisierend“ erscheinen, aber das Beeindruckende an Lebensgeschichten von Menschen, die Konzentrationslager überlebt haben, ist nun einmal, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als ihre Erfahrungen als Teil ihres persönlichen Lebenslaufes und damit bei aller Grausamkeit auch mit einer gewissen faktischen Selbstverständlichkeit in ihr Leben einzuordnen, auch wenn diese Anforderung von außen betrachtet fast übermenschlich erscheinen mag und nicht alle sie so gut wie Walter Guttmann bewältigt haben. Aber auch bei ihm meldet sich im Alter schließlich die Psyche…</p>
<p>Nach und nach werden auch die Niederlande mit besonderen Vorschriften und Verboten für Juden überzogen. Walter wird versteckt und kann lange in den Niederlanden bleiben. Doch im September 1943 wurde er abgeholt und gelangte über das niederländische Durchgangslager Westerbork im Februar 1944 nach Bergen-Belsen. Detailliert beschreibt er die Lebensverhältnisse im Lager und geht dabei sehr ehrlich mit den eigenen Gefühlen um, die ihn noch heute erschrecken („Was ich den Deutschen am meisten übel nehme, ist, dass sie aus mir ein Tier gemacht haben, nicht nur aus mir, sondern aus jedem.“). Nach der eher kompliziert verlaufenden Befreiung hat er lange mit den gesundheitlichen Folgen seines KZ-Aufenthalts zu kämpfen und erkrankt in mehreren Schüben an Tuberkulose.</p>
<p>Die Rückkehr in die Niederlande ist ebenfalls alles andere als einfach. Als er das erste Mal wieder Sex hat, wertet er das als Zeichen der Rückkehr von Normalität, nachdem er lange Zeit zu schwach war, um überhaupt ein Bedürfnis nach Sexualität zu verspüren. In den Niederlanden wird er in der jüdischen Jugendbewegung aktiv und nimmt in Israel an einem Gruppenleiterkurs für zionistische Jugendgruppenleiter aus dem Ausland teil. Ab 1953 ist er für die linke jüdische Jugendbewegung „Habonim“ (Die Aufbauer) tätig und arbeitet ab 1955 zusätzlich im israelischen Konsulat in Amsterdam. Im Dezember 1958 schließlich wandert er nach Israel aus und blickt dort inzwischen befriedigt auf ein sehr erfolgreiches Berufsleben und seine heutige angenehme Lebenssituation in der Altersresidenz für Juden aus den Niederlanden mit dem treffenden Namen Beth Juliana zurück. Er schildert auch das schwule Leben in Tel Aviv über die Jahrzehnte hinweg („ich war nie monogam.“) und das Leben in zwei Welten, der schwulen und der beruflichen.</p>
<p>Entstanden ist das Buch aus langen Gesprächen zwischen Walter Guttmann und dem Soziologen Michael Bochow sowie einem Videointerview in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Der Text wurde vom Historiker Andreas Pretzel sensibel bearbeitet. Ein Nachwort des wissenschaftlichen Leiters der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Thomas Rahe, ordnet das Interview historisch und persönlich auf den Interviewten bezogen ein. Entstanden ist ein ebenso beeindruckendes wie schockierendes Zeugnis aus einer Zeit, für die es bald keine Zeitzeugen mehr geben wird.</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
<p>Michael Bochow / Andreas Pretzel (Hg.)</p>
<p><strong>Ich wollte es so normal wie andere auch </strong><strong>Walter Guttmann erzählt sein Leben</strong></p>
<p>Mit einem Nachwort von Thomas Rahe<br />
Edition Waldschlösschen Bd. 10<br />
14,00 EUR (D),<br />
ISBN: 978-3-86300-102-5<br />
E-Book: 11,00 EUR</p>
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		<title>Michael Downing: Frühstück mit Scot</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 16:01:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Downing]]></category>

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		<description><![CDATA[Scot ist elf, gerät durch familiäre Widrigkeiten Hals über Kopf in das Leben und Haus eines bürgerlichen Schwulenpärchens in Neuengland und bringt einiges durcheinander. Der komplizierte und liebenswerte Junge steht auf so ziemlich alles, was Mädchen in seinem Alter gefällt: Er schminkt sich gern, trägt gerne weiblich anmutende Kleidung und verwendet süßliche Duftstoffe. Dabei lässt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/11/fruehstueckmitscot.jpg" rel="lightbox[1249]"><img class="alignright size-medium wp-image-1250" title="fruehstueckmitscot" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/11/fruehstueckmitscot-189x300.jpg" alt="" width="189" height="300" /></a>Scot ist elf, gerät durch familiäre Widrigkeiten Hals über Kopf in das Leben und Haus eines bürgerlichen Schwulenpärchens in Neuengland und bringt einiges durcheinander. Der komplizierte und liebenswerte Junge steht auf so ziemlich alles, was Mädchen in seinem Alter gefällt: Er schminkt sich gern, trägt gerne weiblich anmutende Kleidung und verwendet süßliche Duftstoffe. Dabei lässt er kein Fettnäpfchen aus und provoziert seine Umgebung so ungewollt oder so geschickt, dass es nicht zu wirklichen Katastrophen kommt. Dadurch stellt er sogar die eingefahrenen Ansichten und Gewohnheiten von Sam und Ed, mit denen er sich zunehmend gut versteht, in Frage – und beide entwickeln sich nicht nur persönlich weiter, sondern entwickeln mit der Zeit Verständnis und Einfühlungsvermögen, handeln aber auch klare Grenzen mit Scot aus. Der wiederum profitiert von seiner alles in allem positiven Lebenseinstellung und kommt mit seiner eigenen Gedankenwelt ganz gut zurecht, auch wenn sie sich manchmal an der Realität reibt.<br />
Dabei ist das Buch keineswegs ein Problemroman. Im Gegenteil erzählt es die Geschichte(n) rund um Scot mit Humor, Leichtigkeit und immer wieder eingestreuter Situationskomik. Kein Wunder, dass Laurie Lynd das bereits gut zehn Jahre alte Buch bereits verfilmt hat, dass jetzt erstmals auf Deutsch vorliegt.</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
<p><strong>Michael Downing: Frühstück mit Scot, Männerschwarm Verlag</strong></p>
<p><strong>Der Autor ist im November auf Lesereise, die Termine:<br />
</strong>Wien<br />
24. November, 20.00 Uhr<br />
Buchhandlung Löwenherz &#8211; Berggasse 8 &#8211; A-1090 Wien</p>
<p>Hamburg<br />
25. November, 18.00 Uhr<br />
„Das Dorf“, Lange Reihe 39, 20099 Hamburg<br />
Vorverkauf im Buchladen Männerschwarm und im „Dorf“ ab 1. November<br />
Preis für Lesung und 3-Gänge-Menü (ohne Getränke): EUR 28,00</p>
<p>Leipzig:<br />
Freitag, 26. November 2010<br />
Lehmanns &#8211; Grimmaische Str. 10</p>
<p>Stuttgart:<br />
Samstag, 27. November 2010, 20.00 Uhr (Einlass: 19.00 Uhr)<br />
Kings Club – Calwer Str. 21 – 70173 Stuttgart<br />
(Veranstalter: Buchladen Erlkönig)</p>
<p>München<br />
Sonntag, 28. November 2010, 20.00 Uhr<br />
SUB – Müllerstraße 43 – 80469 München</p>
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		<title>Bullenbeißer</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 21:56:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bullenbeißer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein spannender Krimi aus Hamburg: Der Düsseldorfer Polizist Lars Bentrop erhält von seinem Trainingspartner Gerd einen Zettel mit Koordinaten und der Andeutung, dass ihm Gefahr drohen könne. Als er sich am nächsten Tag nicht wie vereinbart meldet und später seine Leiche gefunden wird, wird Lars aktiv. Zunächst undercover, dann in offizieller Mission, taucht er in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1117" class="wp-caption alignleft" style="width: 198px"><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/07/Cover_bullenbeisserK.jpg" rel="lightbox[1116]"><img class="size-medium wp-image-1117" title="Cover_bullenbeisserK" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/07/Cover_bullenbeisserK-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bullenbeißer . Von Rolf Redlin . Männerschwarm Verlag  . 14,00 Euro</p></div>
<p>Ein spannender Krimi aus Hamburg: Der Düsseldorfer Polizist Lars Bentrop erhält von seinem Trainingspartner Gerd einen Zettel mit Koordinaten und der Andeutung, dass ihm Gefahr drohen könne. Als er sich am nächsten Tag nicht wie vereinbart meldet und später seine Leiche gefunden wird, wird Lars aktiv. Zunächst undercover, dann in offizieller Mission, taucht er in die schweißtriefende und muskelbepackte Szene der Ringer in Hamburg und Umgebung ein. Wie bereits in „Bodycheck“ beschreibt der Autor auch in diesem Buch detailreich und anschaulich den ganz eigenen Männlichkeitskult des Kampfsports.</p>
<p>Gesucht wird schließlich ein Serienmörder mit enormer Würgekraft. Und dazu steigt der bekennende Hetero Lars Bentrop nicht nur überzeugend in schwule Ringer-Chats ein, sondern lässt auch sonst manche Grenzüberschreitung zu. Und er lernt spannende Männer kennen, einen offen schwulen Polizisten, einen Darsteller und einen Produzenten von Ringer-Pornos und andere mehr. Als der Hamburger Erste Bürgermeister Interesse am Fall zeigt, steigt der Druck zu seiner Lösung weiter an.</p>
<p>Interessant geschildert wird das langsame Einleben des Heteros in die schwule Ringerszene. Letztendlich verbindet die Lust an der besonderen Körperlichkeit beim Kampfsport alle Beteiligten stärker als ihre sexuelle Orientierung – und das macht die Grenzen angenehm fließend. Und wer auf Muskeln steht, kommt auf seine Kosten, auch ohne Bilder&#8230;</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
<p><strong>Bullenbeißer<br />
Von Rolf Redlin<br />
Männerschwarm Verlag 14,00 Euro</strong></p>
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		<title>Der Stand der Dinge</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 21:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[stand der dinge]]></category>

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		<description><![CDATA[Simon lebt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim und die wichtigsten Ereignisse sind die Besuche seines 17 Jahre jüngeren Freundes Annar. Sie sind seit 40 Jahren ein Paar und haben zusammen einen Laden betrieben, den Annar nun alleine führen muss. In verschiedenen Rückblenden auf Wanderungen in der norwegischen Natur oder das Weihnachtsfest, an dem er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/07/Cover_standderdingeK.jpg" rel="lightbox[1112]"><img class="alignleft size-medium wp-image-1114" title="Cover_standderdingeK" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/07/Cover_standderdingeK-197x300.jpg" alt="" width="197" height="300" /></a>Simon lebt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim und die wichtigsten Ereignisse sind die Besuche seines 17 Jahre jüngeren Freundes Annar. Sie sind seit 40 Jahren ein Paar und haben zusammen einen Laden betrieben, den Annar nun alleine führen muss. In verschiedenen Rückblenden auf Wanderungen in der norwegischen Natur oder das Weihnachtsfest, an dem er plötzlich erkrankte, schaut er überwiegend positiv auf wichtige Ereignisse seines Lebens zurück. Er lässt aber auch die aufkommende Eifersucht nicht aus, die angesichts seiner körperlichen und geistigen Einschränkungen besonders schwer zu ertragen ist. Auch früher gab es derartige Situationen, etwa als zwei Lesben ein Kind von Annar wollten und er in dieser Konstellation keinerlei Rolle spielen sollte. Die Zeitsprünge von der ersten Liebe bis zur detaillierten Schilderung von körperlichen Gebrechen und Pflegeabläufen machen ein ganzes schwules Leben erfahrbar, mit Zärtlichkeit, dem Gefühl der Vernachlässigung, Liebe und Streit. Aus der Perspektive eines Pflegebedürftigen, dessen Kräfte nachlassen geschrieben, ermöglicht das Buch auch eine Annäherung an schwules Altern. Der schwule Pfleger Sven steht ihm einfühlsam zur Seite. Und auch die Diskussion über schwule Lebensstile, die Rolle von Kinder und die „Nachahmung“ heterosexueller Ideale kommt nicht zu kurz.</p>
<p>Trotz aller Probleme erscheint Simons Leben und auch seine jetzige Situation durchaus idyllisch, wozu auch die Schilderungen eines liberalen und wunderschönen Landes immer wieder beitragen. Außerdem scheint eine große Gelassenheit durch, das Leben so zu nehmen, wie es kommt. Der Beginn der Beziehung zwischen Simon und Annar ist übrigens durchaus bizarr.</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
<p><strong>Der Stand der Dinge<br />
Von Odd Klippenvåg<br />
Männerschwarm Verlag (18,00 Euro)</strong></p>
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		<title>Chronik der Schwulen – Die 90er Jahre</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 18:48:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik der Schwulen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der dritte und vorletzte Band der Chronik der Schwulen im MännerschwarmVerlag trägt den Untertitel „Pillen, Promis und Paraden“. Dietmar Kreutzer lässt das „Jahrzehnt des kollektiven Coming Out“ in Wort und Bild vielseitig neu durchleben. Schon 1991 war Hape Kerkeling als Königin Beatrix unterwegs und verlangte im Schloss Bellevue nach einem „lekker Mittagessen“. 1992 fand die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;"><span style="font-weight: normal;"><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/01/chronikderschwulen90.jpg" rel="lightbox[881]"><img class="alignleft size-full wp-image-885" title="chronikderschwulen90" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2010/01/chronikderschwulen90.jpg" alt="" width="230" height="270" /></a>Der dritte und vorletzte Band der Chronik der Schwulen im MännerschwarmVerlag trägt den Untertitel „Pillen, Promis und Paraden“. Dietmar Kreutzer lässt das „Jahrzehnt des kollektiven Coming Out“ in Wort und Bild vielseitig neu durchleben. Schon 1991 war Hape Kerkeling als Königin Beatrix unterwegs und verlangte im Schloss Bellevue nach einem „lekker Mittagessen“. 1992 fand die erste öffentlichkeitswirksame Aktion für die Homo-Ehe statt, als gleichgeschlechtliche Pärchen versuchten ein Aufgebot zu bestellen. Das Outing von Alfred Biolek und Hape Kerkeling bewegte nicht nur die Schwulen, deren Sichtbarkeit auch durch die CSD-Paraden langsam zunahm: In Köln versammelten sich 1993 30.000 Schwule und Lesben – damals ein großartiger Erfolg. Während die Zeitschrift magnus aufstieg und wieder eingestellt wurde, beschäftigte sich auch das Europäische Parlament erstmals mit schwulen und lesbischen Bürgerrechten. 1996 begann der Durchbruch der Kombitherapie für HIV-Positive. Schließlich fehlen auch die eher skurrilen Aspekte nicht: Von den Nackten auf der Bundestagskuppel bis zum Suizid von Rex Gildo fehlt es nicht an Nachrichten aus dem Bereich der Regenbogenpresse. Und dass “Der bewegte Mann“ Til Schweiger zum Durchbruch verhalf, gehört zu den nicht wenigen bis heute spürbaren Ereignissen der vorletzten Jahrzehnts&#8230;</span></span></p>
<p>Ansgar Drücker</p>
<p><strong>Chronik der Schwulen – Die 90er Jahre<br />
MännerschwarmVerlag, Preis: 16,80 Euro</strong></p>
<div><strong><br />
</strong></div>
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		<title>Unter Männern – Urlaub auf Gran Canaria</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 09:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Unter Männern]]></category>

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		<description><![CDATA[Das 1994 erschienene erste schwule Buch zur Insel Gran Canaria «Elvira auf Gran Canaria» von Elvira Klöppelschuh (also Hans-Georg Stümke, 2002 verstorben) spielte fast noch in einer Zeit, als Tunten die Krone der Schöpfung oder zumindest der Bewegung waren. Sebastian Castro liefert nun eine un- bis antituntige Fortsetzung mit einigen Rückfällen. Der Prolog beginnt bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-757" title="cover_untermaennern" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/11/cover_untermaennern-188x300.jpg" alt="cover_untermaennern" width="188" height="300" />Das 1994 erschienene erste schwule Buch zur Insel Gran Canaria «Elvira auf Gran Canaria» von Elvira Klöppelschuh (also Hans-Georg Stümke, 2002 verstorben) spielte fast noch in einer Zeit, als Tunten die Krone der Schöpfung oder zumindest der Bewegung waren. Sebastian Castro liefert nun eine un- bis antituntige Fortsetzung mit einigen Rückfällen. Der Prolog beginnt bei der Beerdigung von Elvira Klöppelschuh – und es folgt ein Drama in fünf Akten, wobei sich die Dramatik in Grenzen hält. Vier Schwule aus Berlin machen sich für zwei Wochen auf zur spanischen Urlaubsinsel vor der afrikanischen Küste und belegen erst ein Hotel, dann einen Bungalow, hauptsächlich aber die Strandapotheke, das Café Wien oder das Yumbo Centrum. Mit dabei ist der gutgebaute und sensible Traummann Lex, auf den sich alle Blicke richten. Klar, dass dies zu allerlei Verwicklungen führt, mal amüsant, mal zufällig, mal zickig – aber für ein Drama reicht es nicht. Eher erfreut sich der Leser an entspannender Urlaubslektüre über den Urlaub von Anderen. Aus dem Nichts werden ziemlich konstruiert ein CDU-Negativ-Campaigner und die sexuelle Identität des Tennisspielers Rafael Nadal zum Thema. Alles andere bewegt sich in den Beziehungen und sexuellen Kontakten der Mitreisenden – von Sex mit dem Ex bis zum Stricher, der als Flirt daherkommt. Und auch eine zweite Beerdigung wird noch eingebaut.</p>
<p>Der Humor des Autors ist hier und da gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn er immer wieder über sich selbst als Autor und gelegentlich auch über den Verleger räsoniert und dabei nicht immer witzige oder zumindest geistreiche Episoden herauskommen. Ob Elvira das alles gewollt hätte, wissen wir nicht, aber für eingefleischte Gran-Canaria-Fans hat das Buch einen hohen Wiedererkennungswert.</p>
<p>Der angehängte Sprachführer informiert nicht nur über spanische Begriffe für männliche Geschlechtsorgane, sondern hilft auch in perfektem Spanisch zu fragen: „Möchtest Du mich in Detmold besuchen? – ¿Quieres tu visitarme en Detmold?“</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
<p><strong><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/11/cover_untermaennernk.jpg" rel="lightbox[756]"><img class="alignleft size-full wp-image-758" title="cover_untermaennernk" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/11/cover_untermaennernk.jpg" alt="cover_untermaennernk" width="100" height="159" /></a>Unter Männern – Urlaub auf Gran Canaria<br />
Von Sebastian Castro<br />
<span style="font-weight: normal;">Männerschwarm Verlag </span></strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Amedeo Textbook Award für &#8220;Hepatology 2009&#8243;</title>
		<link>http://www.hivnachrichten.de/2009/04/amedeo-textbook-award-fur-hepatology-2009/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 17:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Hepatitis]]></category>

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		<description><![CDATA[Gewinner des mit 25.000 Euro dotierten zweiten “Amedeo Challenge Award” sind Stefan Mauss, Thomas Berg, Jürgen Rockstroh, Christoph Sarrazin, Heiner Wedemeyer, et al.
Ihr Buch “Hepatology 2009” vermittelt einen verständlichen und aktuellen Überblick über Forschungsergebnisse, Diagnose und Behandlung von Hepatitis. Es kann käuflich erworben werden, steht aber auch kostenlos als PDF (9 MB) im Netz: http://www.hepatologytextbook.com/download20.htm
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/04/hepatology2009.jpg" rel="lightbox[320]"><img class="alignleft size-full wp-image-321" title="hepatology2009" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/04/hepatology2009.jpg" alt="hepatology2009" width="94" height="150" /></a>Gewinner des mit 25.000 Euro dotierten zweiten “Amedeo Challenge Award” sind Stefan Mauss, Thomas Berg, Jürgen Rockstroh, Christoph Sarrazin, Heiner Wedemeyer, et al.<br />
Ihr Buch “Hepatology 2009” vermittelt einen verständlichen und aktuellen Überblick über Forschungsergebnisse, Diagnose und Behandlung von Hepatitis. Es kann käuflich erworben werden, steht aber auch kostenlos als PDF (9 MB) im Netz: <a href="http://www.hepatologytextbook.com/download20.htm" target="_blank">http://www.hepatologytextbook.com/download20.htm</a></p>
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		<title>Chronik der Schwulen &#8211; 80er</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 19:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst + Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[80er Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Schwul]]></category>

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		<description><![CDATA[Dietmar Kreutzer: Chronik der Schwulen- 80er (Männerschwarmverlag)
Nach der „Chronik der Schwulen“ für die 70er Jahre wartete der Männerschwarm Verlag 2008 mit der Chronik der 80er Jahre mit dem schillernden Untertitel „Muskeln, Aids und Arbeitskreise“ auf. Wiederum hat Dietmar Kreutzer, nachdem er in seinem Vorwort „mein schönstes Ferienerlebnis“ in den 80ern an einem Leipziger Baggersee schildert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/03/chronikderschwulen1.jpg" rel="lightbox[263]"><img class="alignleft size-full wp-image-270" title="chronikderschwulen1" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/03/chronikderschwulen1.jpg" alt="chronikderschwulen1" width="200" height="235" /></a>Dietmar Kreutzer: Chronik der Schwulen- 80er (Männerschwarmverlag)</p>
<p>Nach der „Chronik der Schwulen“ für die 70er Jahre wartete der Männerschwarm Verlag 2008 mit der Chronik der 80er Jahre mit dem schillernden Untertitel „Muskeln, Aids und Arbeitskreise“ auf. Wiederum hat Dietmar Kreutzer, nachdem er in seinem Vorwort „mein schönstes Ferienerlebnis“ in den 80ern an einem Leipziger Baggersee schildert, vor allem die Schwulengazetten Du &amp; Ich, Him, Gay Journal, Adam und Don ausgewertet. Auch die Schwulenbewegung der DDR war vor allem ein Phänomen dieses Jahrzehnts und kommt nicht zu kurz – ebenso wenig wie Geschichte, Geschichten, Anekdoten und Kuriositäten aus dem schwulen Leben im weitesten Sinne – mit einem Schwerpunkt auf Deutschland und den USA. Die nackten Männer tragen etwas weniger Körperhaar als in den 80ern und rücken ihre Muskeln stärker in den Vordergrund.</p>
<p>Zu den einschneidendsten Entwicklungen dieses Jahrzehnts gehört das Aufkommen und die Verbreitung der damals sogenannten „Schwulenseuche“ Aids und die vor allem in den Anfangsjahren mal hysterische und mal hilflose Auseinandersetzung mit diesem neuen Phänomen. Schnell entwickelt die schwule Community jedoch wirkungsvolle Selbsthilfestrategien und -strukturen und erreicht damit sogar die Unterstützung aufgeschlossener konservativer Kräfte. Dennoch stoßen sich Gesellschaft und Politik (und heimlich auch mancher Schwule) an den expliziten Botschaften und Bildern der Aufklärungs- und Präventionsmaterialien. Spätestens aus heutiger Sicht lässt sich aber sagen, dass die Auseinandersetzungen die Mühe wert waren und der offensive Umgang mit Aids trotz gegenteiliger Befürchtungen die Emanzipation der Schwulen eher unterstützt hat.</p>
<p>Ansonsten reicht der Bogen von der Kießling-Affäre bei der Bundeswehr über die ersten Pornos mit Jeff Stryker bis zum ersten Schwulen in der Lindenstraße. Weitere Highlights sind Nacktbilder von Doppelgängern von Tom Selleck (aus der Krimiserie Magnum) und Boris Becker (wirklich!).</p>
<p>Auch dieses Album ist wieder ein wunderbar kurzweiliges Lese- und Bilderbuch (nicht nur) für Schwule geworden und informiert den Leser nebenbei auch noch, was in der Welt sonst noch passiert ist. Hilfe, die Jetzt-Zeit kommt näher – 2009 will uns der Männerscharm Verlag bereits mit den 90er Jahren in der „Chronik der Schwulen“ beglücken.</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
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		<title>Die Vertreibung aus dem Serail – Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 19:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst + Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Klauda]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Georg Klauda: Die Vertreibung aus dem Serail – Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt
(Männerschwarm)
Das landläufige Vorurteil und das Bild in den Medien stimmen überein: Islamisch geprägte Staaten sind schwulenfeindlich, intolerant und bestrafen Homosexualität im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe. Gleichzeitig gibt es wohl kaum eine Weltregion, in der Männer so zärtlich und gefühlvoll miteinander [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/02/vertreibungausdemserail.jpg" rel="lightbox[137]"><img class="alignleft size-full wp-image-261" title="vertreibungausdemserail" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/02/vertreibungausdemserail.jpg" alt="vertreibungausdemserail" width="200" height="305" /></a>Georg Klauda: Die Vertreibung aus dem Serail – Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt<br />
(Männerschwarm)</p>
<p>Das landläufige Vorurteil und das Bild in den Medien stimmen überein: Islamisch geprägte Staaten sind schwulenfeindlich, intolerant und bestrafen Homosexualität im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe. Gleichzeitig gibt es wohl kaum eine Weltregion, in der Männer so zärtlich und gefühlvoll miteinander umgehen – unabhängig von dem, was im Abendland als sexuelle Orientierung eine eigene Kategorie geworden ist. Diesem Widerspruch geht Georg Klauda akribisch nach, allerdings so parteiisch für die der öffentlichen Meinung entgegengesetzte Position, dass er das Kind schon fast wieder mit dem Bade ausschüttet und nicht ohne heftige Beschimpfungen z.B. der deutschen Schwulenbewegung im Allgemeinen und des Schwulen Überfalltelefons Berlin im Besonderen oder des deutschen Feminismus auskommt – in einer ansonsten sehr lesenswerten Studie mit wissenschaftlichem Anspruch.</p>
<p>Die Kernthese des Autors ist, dass die dem Islam zugewiesene Homophobie eher im Westen und im Christentum zu Hause ist als im Islam. Der Westen, der sich gerade erst aus seiner eigenen Tradition der Schwulenfeindlichkeit befreit, sieht nun die Schwulenfeindlichkeit in islamischen Ländern als „vorzivilisatorisches Relikt“, das nicht nur dem Islam, sondern gleich auch den türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland zugewiesen wird. Und das, nachdem gerade Schwule die Homoerotik von Tanger bis an den Golf lange Zeit genossen haben&#8230; Die Schwulenfeindlichkeit, so Klauda, sei in diesen Ländern erst durch westliche und postkoloniale Einflüsse entstanden. Westliche heterosexuelle Augen, so macht er am Beispiel von aufschlussreichen und mitunter amüsanten Reiseberichten deutlich, hätten den sehr emotionalen und körperlichen Umgang unter Männern im Orient erst mit ihrer Vorstellung von Homosexualität in Verbindung gebracht. Sie aber, die „Botschafter der Moderne“ aus dem Westen, seien so erst zu Trendsettern im Orient geworden und hätten den selbstverständlichen Umgang der Männer untereinander mit dem „schwulen“ Makel belegt. Dabei reichen die Reiseberichte bis in die heutige Zeit hinein. Was Soldaten in Afghanistan beobachten, lässt einige offensichtlich bis heute vermuten, alle Afghanen seien schwul&#8230; Erotische Anziehung unter Männern ist im Islam ein gegebenes Faktum, so seine Einschätzung. Es geht dem Islam allenfalls um die Eindämmung von Maßlosigkeit und beispielsweise um Analverkehr als genau beschriebener und eingegrenzter Straftatbestand, nicht um (das westliche Konstrukt) Homosexualität an sich. In des islamischen Welt seien im Gegenteil homosexuelle Beziehungen durchaus in Ordnung, aber noch lange kein Grund, eine eigene Identität daraus zu konstruieren. Und darum ist, so der Autor weiter, die Homosexuellenverfolgung eben keine „Eigenart“ der islamischen Welt, sondern im und vom Westen „gemacht“.</p>
<p>Spätestens hier stellt sich natürlich die Frage, ob diese Erklärung tatsächlich geschehende Menschrechtsverletzungen, auch wenn sie im Westen gelegentlich als zahlreicher und dramatischer wahrgenommen werden, durch derartige Erklärungsansätze relativiert oder gar legitimiert werden können. Dieser Frage widmet sich der Autor nicht im Detail.</p>
<p>Ausführlich widmet er sich – ebenfalls mit sehr interessanten Quellen aus vielen Jahrhunderten – der Entstehung der Strafbarkeit und Verfolgung der Homosexualität in Europa sowie der Ausbildung einer schwulen Szene (die Engländer haben’s erfunden!) und Identität.</p>
<p>Anschließend erläutert er, wie Homosexualität in der heutigen Türkei im Kemalismus als Überbleibsel der osmanischen Vergangenheit und damit als altmodisch und zu überwinden konstruiert wurde. In dieser der westlichen Bewertung von Homosexualität nacheifernden vermeintlichen Modernisierung sieht er die Hauptursache für die heutige Abwehr der Homosexualität in der türkischstämmigen Einwanderergesellschaft.</p>
<p>Der Schwulenbewegung wirft er „Realitätsverlust“ und eine „paternalisierende Überheblichkeit“ vor sowie die „Unfähigkeit, die Heteronormierung der eigenen Gesellschaft überhaupt noch als solche wahrzunehmen“. In Deutschland nämlich seien sich liebende, zärtliche und Händchen haltende Männer ungewohnt, nicht aber im Orient. Ob seine Analysen genügen, um der Schwulenbewegung einen „Bodensatz rassistischer Anschauungen“ zu unterstellen, mag man außerhalb des polarisierenden Berliner Diskurses differenzierter bewerten. Der von ihm attestierte „Wunsch der Schwulen sich selbst als Teil einer emanzipierten, toleranten und weltoffenen Gesellschaft zu sehen“, ist allerdings tatsächlich nicht zu verleugnen.</p>
<p>Ausgesprochen interessante Passagen gibt er aus Berichten von Ali Mahdjoubi, einem in Berlin lebenden gebürtigem Iraner, wieder. Insgesamt leistet das Buch denn auch einen wertvollen Beitrag zum Verständnis von Homosexualität und mann-männlicher Erotik im Islam – mit einer Vielzahl interessanter Quellen. Leider argumentiert der Autor ebenso einseitig wie seine (vermeintlichen) Gegner. Gefragt wäre nun eine Betrachtung, die die unterschiedlichen Analysestränge und die Realitäten in Deutschland und in der islamischen Welt zusammenführt und nach Lösungsmöglichkeiten für die nicht zu leugnenden Konflikte, Menschenrechtsverletzungen und Gewalttätigkeiten sucht.</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
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		<title>Michael Sollorz: Die Eignung (MännerschwarmVerlag)</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 19:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Die Eignung]]></category>
		<category><![CDATA[Sollorz]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Sollorz ist einer der bekanntesten schwulen Autoren im deutschsprachigen Raum und ein Mann der deutlichen Sprache. Sein neuer Roman „Eignung“ hat eine andere Ausrichtung: Der dort auftretende Ich-Erzähler Lars Hagner schreibt den Rechenschaftsbericht über sein Leben, das davon geprägt ist, das andere ihm die Entscheidungen abnehmen. Er ist ein Mensch, der sich an ausgewählten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/04/dieeignung.jpg" rel="lightbox[517]"><img class="alignleft size-medium wp-image-518" title="dieeignung" src="http://www.hivnachrichten.de/wp-content/uploads/2009/04/dieeignung-192x300.jpg" alt="dieeignung" width="192" height="300" /></a>Michael Sollorz ist einer der bekanntesten schwulen Autoren im deutschsprachigen Raum und ein Mann der deutlichen Sprache. Sein neuer Roman „Eignung“ hat eine andere Ausrichtung: Der dort auftretende Ich-Erzähler Lars Hagner schreibt den Rechenschaftsbericht über sein Leben, das davon geprägt ist, das andere ihm die Entscheidungen abnehmen. Er ist ein Mensch, der sich an ausgewählten Autoritätspersonen orientiert, und bezeichnet sich selbst als intelligent und unauffällig. Man könnte auch sagen, er ist ausgewählten Vorgesetzten ohne Kompromisse hörig bis hin zur Übererfüllung seiner vermeintlichen Aufgaben. Ihn als zwanghaft zu bezeichnen, wäre noch untertrieben – das einzige Unregelmäßige in seinem Leben ist das gelegentliche Masturbieren unter der Dusche&#8230; Er ist zwar schwul, aber das ist nicht einmal so eindeutig: Nach einer herzlichen, aber eher flüchtigen Begegnung schreibt er den erschreckenden Satz: „Nie wieder in meinem Leben ist mir ein Mensch so nah gewesen.“ Ein wichtige Rolle in seiner Kindheit hat sein Großvater gespielt, von dem er spät erfährt, dass dieser schwul war – und deswegen sowohl im Nationalsozialismus als auch in der DDR verurteilt wurde. Auch auf seinen Spuren bewegt er sich – mit einigen Rückschlägen.</p>
<p>Die Erzählstränge pendeln im Wesentlichen zwischen den zwei Jahrzehnten von 1988 bis heute. Vor der Wende war er bei der kasernierten Volkspolizei tätig und lebt in deren Regelwerk mit großer Befriedigung. Pflichterfüllung, absolutes Vertrauen zu Vorgesetzen und die Logik von Befehl und Gehorsam prägen sein Leben und werden ihm zum Halt gebenden Korsett. Zweifel kommen ihm nicht. Dann kommt die Wende – in seinen Worten der Anschluss -, die ihm zunächst den Boden unter den Füßen wegzieht. Er erlebt sie als chaotische Auflösung aller vertrauten Strukturen. „Freiheit ist Opium für das Volk,“ schreibt er einem West-Lover auf den Spiegel. Er durchlebt eine Krisenzeit mit Alkoholexzessen und ersten Erfahrungen in der Westberliner Schwulenszene. Er findet als Hausmeister und Schöffe am Landgericht – hierhin wird er später in anderer Rolle zurückkehren – eine gewisse oberflächliche Befriedigung, bis er seinen früheren Vorgesetzen wiedertrifft. Wofür er jetzt kämpft, ist ihm nicht nur egal, er weiß es nicht einmal. Aber er geht soweit, dass er für seinen Vorgesetzten tötet – ohne Fragen, ohne Zweifel.</p>
<p>Ost und West werden das Buch möglicherweise unterschiedlich lesen. Die Wessis sollten wissen, das NSW das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet ist, aber auch vielen Ossis muss manches fremd bleiben. Und doch ist das Innenleben von Lars Hagner die Annäherung wert, wenn es auch weniger von seinen Hoffnungen, als vielmehr von seinen Irrtümern und seiner Tragik gekennzeichnet ist. Das Buch ist nicht das, was man von einem schwulen Roman erwartet, aber auf eine ganz eigene Art und Weise packend, irritierend und absolut lesenswert.</p>
<p>Ansgar Drücker</p>
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