Gesteigertes Fraktur-Risiko bei HIV-Positiven

13. Juli 2010 | Von editor | Kategorie: Forschung

Resultate einer US-Amerikanischen Studie lassen vermuten, dass das Risiko für Knochenbrüche bei HIV-Positiven höher ist als in der Allgemeinbevölkerung.
Dr. Christiane Dao vom CDC in Atlanta und Kollegen analysierten diesbezügliche Daten von 8.456 HIV-Patienten aus 10 Kliniken, die mit den Entlassungsdaten der amerikanischen Krankenhäuser (National Hospital Discharge Survey (NDHS)) verglichen wurden. 

Während des Beobachtungszeitraums von 4,8 Jahren erlitten 276 HIV-Patienten einen Knochenbruch. Unter den 25-54 Jährigen hat sich die Rate der Knochenbrüche seit 2002 weitgehend stabilisiert, nachdem sie seit 1994 angestiegen war. Sie liegt für diese Altersgruppe seitdem um den Faktor 4,3 über derjenigen der Durchschnittsbevölkerung. Der Anteil der Knochenbrüche, die die Extremitäten betreffen, liegt der Studie zu Folge bei HIV-Patienten im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung niedriger (34,2% vs. 40,4%). HIV-Infizierte brechen sich demnach häufiger andere Knochen. Insbesondere die Rippen sind bei HIV-Patienten deutlich häufiger von Brüchen betroffen als bei HIV-negativen Personen. Rückenwirbel und Becken sind bei beiden Gruppen etwa gleich häufig betroffen. Seltener als die Vergleichsgruppe erleiden HIV-Infizierte Schädelbrüche. 

Die Forscher konnten Risikofaktoren für das erhöhte Risiko für Knochenbrüche bei HIV-Infizierten ermitteln. So haben Patienten mit einer Hepatitis C-Koinfektion oder Diabetes ein höheres Risiko (HR=1,61). Daneben kann sich der Nadir der CD4-Zellzahl ungünstig auswirken, sofern dieser unterhalb von 200 Zellen/mm³ lag (HR=1,60). Zudem haben HIV-Patienten, die Drogen konsumieren, der Studie zu Folge ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (HR=1,52). 

Die Wissenschaftler empfehlen HIV-Infizierte auf ihr erhöhtes Knochenbruchrisiko hinzuweisen. (HIV-info)

Abstract: CROI 2010, Abstract #128

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