AIDS-Stiftung warnt vor weiterer Verschlechterung der materiellen Situation bedürftiger HIV-infizierter Menschen

12. Juli 2010 | Von admin | Kategorie: Politik + Gesellschaft

Stiftung stellt Jahresbericht 2009 vor

Während die  Fortschritte in der medizinischen Therapie für viele Betroffene zu  einer Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation geführt haben,  gibt es eine wachsende Gruppe derjenigen, die mit Nebenwirkungen,  Begleiterkrankungen oder Resistenzbildungen zu kämpfen haben. Diese  Menschen mit HIV und AIDS sind häufig aufgrund verminderter  Erwerbsfähigkeit in einer soziomateriell schwierigen Situation. Viele von ihnen wenden sich in Notlagen mit der Bitte um Hilfe an die  Deutsche AIDS-Stiftung – im Jahr 2009 waren es mehr als 2.500  Anträge, die die Stiftung erreichten. Die meisten Antragsteller baten um Hilfen in den Bereichen Wohnen, Bekleidung und medizinische  Hilfsmittel. “Es ist zu befürchten, dass sich die  Einkommens-situation der auf Transferleistungen angewiesenen Menschen mit HIV und AIDS weiter verschlechtern wird”, sagte Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Stiftung anlässlich der  Jahrespressekonferenz bei der Landespressekonferenz NRW im  Düsseldorfer Landtag. Daher seien für arbeitsunfähige und  leistungsge-minderte Betroffene die im Rahmen des Sparpaketes der  Bundesregierung geplanten Kürzungen etwa bei Langzeitarbeitslosen  oder Hartz IV-Empfängern nicht akzeptabel. Diese Gruppe macht rund 60 Prozent der Antragsteller aus. Das Sparpaket würde die finanzielle  Situation vieler Betroffener weiter verschärfen und zu Lasten der  Bedürftigs-ten gehen. Von der Stiftung geförderte  Beschäftigungsprojekte, die auf Zuschüsse der ARGEn angewiesen sind,  könnten gefährdet sein. Trotz der wirtschaftlich problematischen  Rahmenbedingungen gelang es der Stiftung im Jahr 2009, die  Spendeneinnahmen mit rund 2,6 Millionen Euro (Brutto) relativ stabil  zu halten. Die Stiftung konnte in ähnlichem Umfang wie im Vorjahr auf die privaten Spender bauen, Zurückhaltung bei Spenden und Sponsoring  übten allerdings die Unternehmen. Es gelang der Stiftung dennoch, den Kernbestand der Hilfen im Bereich existentielle Notlagen  aufrechtzuerhalten. Einen Förderschwerpunkt bildeten die Wohnprojekte in Köln und Berlin: “Wir sehen in diesem Bereich einen steigenden  Bedarf. Die Stiftung hat sich daher bereits vor Jahren zur  Beteiligung an Immobilien zur langfristigen Sicherung notwendiger  Wohn- und Pflegeprojekte entschieden”, erläuterte der  Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Christoph Uleer. Auch im  Bereich der internationalen Hilfsprojekte habe man den Hilfeumfang  Dank zweckbestimmter Spenden ausbauen können. Das ursprüngliche Ziel  der Stiftung, Betroffenen ein Mehr an Lebensqualität zu ermöglichen,  musste jedoch in den Hintergrund treten.

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