Hella von Sinnen erhält “die KLuST”

30. Juni 2009 | Von ufa | Kategorie: Allgemeines, Community

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Laut und leidenschaftlich, so erlebt das Publikum Hella von Sinnen seit mehr als zwei Jahrzehnten. Laut und leidenschaftlich streitet die Entertainerin mindestens ebenso lange für die Rechte von Frauen, kämpft für die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender und setzt sich für HIV-Prävention ein. Für diesen Mut wird Hella von Sinnen im Rahmen des CSD Köln „Die KLuST – die Kölner Lesben- und Schwulentrophäe“ verliehen.

„Unsere Freiheit hat Geschichte“ lautet das Motto des diesjährigen CSD Köln / ColognePride. 60 Jahre Grundgesetz. 40 Jahre CSD. 50 Jahre Hella von Sinnen. Geschichte braucht Menschen, die sie schreiben. Mit ihrem Engagement, u.a. für die Homo-Ehe, hat Hella von Sinnen die Geschichte der deutschen Lesben- und Schwulenbewegung mit geschrieben. Der Organisator des CSD Köln / ColognePride, der Kölner Lesben- und Schwulentag e.V., verleiht die Trophäe an Hella von Sinnen für ihr Lebenswerk und für ihr Engagement.

Die Verleihung findet am Samstag, den 4.7.2009, gegen 19:50 Uhr auf der CSD-Hauptbühne am Heumarkt statt. Die Laudatio hält Ralph Morgenstern. Hella von Sinnen wird die Trophäe persönlich entgegen nehmen.

Ein Überblick zeigt das vielfältige Engagement:
• In den 80ern engagiert sich Hella von Sinnen in der Frauenbewegung. Dabei schreibt sie u. a. Artikel für die „Emma“. Im Oktober 1987 lässt sie als Covergirl auf der Emma zur Titelgeschichte „Die potente Frau“ den Sekt sprudeln.
• 1983-1985 gestaltet sie die Kölner Frauenzeitung namens „Kobra“ mit.
• 1990 bei der Bambi-Verleihung öffentliches Coming-out vor laufenden Fernsehkameras mit einem persönlichen Dank an die damalige Lebensgefährtin. Der Sender schneidet die Passage bei der Übertragung heraus.
• 1992 gemeinsame Teilnahme von Hella von Sinnen und Cornelia Scheel an der „Aktion Standesamt“ des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD). Am 19.8. bestellen mehr als 250 Paare das Aufgebot. Hella von Sinnen und Cornelia Scheel ziehen bis vor das Bundesverfassungsgericht, um ihr „Recht auf Heirat“ einzuklagen. Die Klage scheitert.
• 1993 bringen Hella von Sinnen und Cornelia Scheel aus einem gemeinsamen Hawaii-Urlaub den Gruß „Aloha“ mit. In der Filmdose grüßt sie gemeinsam mit Georg Uecker und Georg Roth erstmals das Publikum auf hawaiianische Art. Heute ist „Aloha“ die schwul-lesbische Antwort auf Alaaf und Helau.
• 1995-1999 ist Hella von Sinnen die erste Präsidentin der Rosa Sitzung, der legendären ersten schwul-lesbischen Karnevalssitzung.
• 1997 erscheint die Single „Mein coming out“.
• 1999 nimmt Hella von Sinnen mit Rosenstolz das Hochzeitslied “Ja, ich will” auf.
• Hella von Sinnen engagiert sich seit Jahren für die Aidshilfe (u. a. Skat gg. Aids) und setzt sich für Aids-Prävention ein. Bis heute legendär mimt sie 1990 in dem BZgA-Spot „Supermarkt“ eine Kassiererin, die Ingolf Lück als Kunden mit der lautstarken Nachfrage „Tiiina, wat kosten die Kondome“ in Verlegenheit bringt (Ursprünglich hieß es “Rita”, das musste aber nachsynchronisiert werden, da man der damaligen Bundespräsidentin Rita Süßmut nicht auf die Füße treten wollte).

Bild: Supermarktspot, BzgA

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