AMOS-Preis 2009 an Dr. Herta Leistner
15. April 2009 | Von editor | Kategorie: Community
Der AMOS-Preis für Zivilcourage in Religion, Kirche und Gesellschaft wird 2009 der Sozialpädagogin Dr. Herta Leistner, Ütteroda (Thüringen) verliehen für ihre Verdienste um die Wahrnehmung und Interessenvertret-ung homosexueller Menschen in den Kirchen. Herta Leistner war Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Bad Boll sowie am Frauen-Studien- und Bildungszentrum der Evangelischen Kirche in Deutschland in Gelnhausen.
Als eine der ersten kirchlichen Mitarbeiterinnen, so die Begründung der Jury, habe Leistner das Schweigen um die Realität homosexueller Existenz auch in der Kirche gebrochen. Mit ihrem Buch „Hättest Du gedacht, dass wir so viele sind?“ habe sie Tausenden von anderen Menschen geholfen.
Die öffentliche Verleihung des AMOS-Preises solle ein deutliches Zeichen sein, dass Herta Leistners Engagement auch im Raum der Kirche Resonanz und Würdigung findet. Denn sie habe sich mit ihrem Einsatz gegen Unrecht, Menschenverachtung und Ignoranz in Kirche und Gesellschaft in die prophetische Tradition der Kirche gestellt, „den Mund für die Stummen aufzutun und für die Sache aller, die verlassen sind“ (Sprüche 31,8). Trotz geänderter Gesetzeslage für homosexuelle Paare, so die Jury weiter, sei das Thema Homosexualität gerade in den Kirchen im Untergrund aktuell. Es scheine eine Art Burgfrieden zu herrschen, ohne die erfolgten theologischen Klärungen in den Kirchen und in der Gesellschaft bekannt zu machen.
Der Preis, den die kirchenpolitische Vereinigung OFFENE KIRCHE alle zwei Jahre ausschreibt, ist mit 5000 Euro dotiert.
www.offenekirche.de