Abwrackprämie für Vibratoren
22. Februar 2009 | Von ufa | Kategorie: Am RandeMit einer Verschrottungsprämie für alte Vibratoren aus Jelly-Material wollen die Initiatoren einer lustigen Aktion aus Wien und Bremen nicht nur ihren Umsatz ankurbeln, sondern auch die gesundheitlich bedenklichen Jelly-Dildos aus den heimischen Schlafzimmern räumen.
Der Austausch alter, möglicherweise gesundheitsgefährdender Dildos gegen neue, aus medizinischem Silikon und Elastomed wird, abhängig vom gewählten Neugerät, mit bis zu EUR 40,– belohnt.
“Die Idee einer Abwrackprämie hat uns gut gefallen”, meint der Erfinder der Aktion, der Österreicher Thomas Schwabe, und fügt hinzu: “unsere Initiative soll aber ausschließlich die heimische Wirtschaft beleben. Gleichzeitig setzen wir wichtige Schritte im Gesundheitsbereich, denn die Prämie gibt es nur bei Rückgabe eines Vibrators aus Jelly-Material. Vor der Gesundheitsgefährdung durch Jelly warnen unter anderem Greenpeace und der Öko-Test. Wir warnen nicht nur und warten darauf, dass der Gesetzgeber etwas tut, wir handeln.”
Jelly ist ein Kunststoff aus PVC, der mit Weichmachern (Phthalaten) angereichert wird. Einige Phthalate haben hormonähnliche biochemische Eigenschaften, werden über die Schleimhäute aufgenommen und könnten unter Umständen zu gesundheitlichen Schäden führen. Verboten ist derartiger Weich-PVC in Kinderspielzeug, im Medizin- und Lebensmittelbereich, darf jedoch bis heute bei Sexspielzeug verwendet werden, obwohl er mit den Schleimhäuten in Kontakt kommt.
Als Partner hat man den Bremer Lovetoy-Hersteller Fun Factory gewinnen können. Deren Produkte wurden mehrfach vom Öko-Test mit sehr gut beurteilt, und scheinen auch noch hübsch auszusehen, denn ein Vibrator erhielt als erstes Lovetoy weltweit den reddot design award.
Zurückgegeben werden können alte Vibratoren aus Jelly beim Erotik-Versender LustundLiebe.at. Dort finden Interessierte alle notwendigen Informationen und ein “Verschrottungs-Formular”. Dieses wird, gemeinsam mit dem Alt-Vibrator, an die angegebene Adresse geschickt und umgehend kommt das neue Spielzeug diskret verpackt nach Hause.
Natürlich hätten die beiden Firmen auch gerne die Politik mit im Boot, bleiben allerdings realistisch und rechnen nicht wirklich damit. “Die Initiative wird in jedem Fall vorerst bis Jahresende 2009 durchgeführt.”